top of page
  • Bianca Maria Raven

Warum Wasser immer teurer wird

Bernhard Röhrle und Manuela Weißler von der Landes Wasserversorgung Baden-Württemberg nehmen heute im bayerischen Leipheim an der Entnahmestelle der Donau eine Wasserprobe.


Das tun sie regelmäßig, denn sie machen sich große Sorgen um das, was Chemiker in den Quellen unseres Trinkwassers finden. In der Donau sind sehr viele Substanzen zu finden, insbesondere die organischen Spurenstoffe sind besorgniserregend. Dazu gehören Arzneimittelrückstände, Pestizide, aber auch Süßstoffe.


Bei den Pestiziden ist das größte Problem Glyphosat.


Bis zu 2300 Liter Wasser pro Sekunde werden hier entnommen, um später als Trinkwasser bei den Menschen zu landen. Aus diesem Donauwasser Trinkwasser zu machen, ist sehr schwierig und aufwändig: unter Zusatz eins Flockungsmittels auf Eisensalzbasis wird das Wasser in 6 Reinigungsstufen rund um die Uhr von unerwünschten Stoffen befreit. Ein gigantischer Aufwand, der nur unzureichende Ergebnisse liefert, da viele Stoffe in Wasserwerken nicht gefiltert werden können (siehe unsere BLOG-Beiträge).


Die zweite und wohl wichtigste Ressource für das Trinkwasser ist Grundwasser.


Allein im Donauried gibt es mehr als 200 Grundwasserbrunnen und auch hier kämpfen die Wasserwerke schon seit langem und zunehmend mehr mit einem Problem: das Versauern der Böden. In viel zu hohen, sogar gesundheitsschädlichen Konzentrationen.

Wir im Donauried haben hier schon viel zu viel Stickstoff im Boden. Gemessen werden Werte von bis zu 76 Kilogramm Stickstoff pro Hektar. Laut Gesetz liegt der Grenzwert bei 50 Kilogramm Stickstoff pro Hektar. Das bedeutet, auch im Grundwasser sind zu hohe Stickstoffwerte.


Mancherorts können Trinkwasserversorger das Grundwasser nur noch deshalb nutzen, weil sie es mit weniger belastetem Wasser mischen.


In den Laboren von Wasserwerken finden Chemiker bei der Analyse von Fluss- und Grundwasser und auch des gereinigten Wassers noch mehr als 1000 Substanzen! Wie beispielsweise Atrazin: ein schon längst verbotenes Pflanzenschutzmittel, das als krebserregend und hormonbeeinflussend gilt.


Für neue riesige Filteranlagen, die Spritzmittelreste aus dem Grundwasser entfernen sollen, betragen die Kosten fast 10 Millionen Euro. Über den Wasserpreis werden diese Kosten auf den Verbraucher umgewälzt.




20 Ansichten0 Kommentare

Comments


bottom of page